Urheberrechtsabgabe auf USB-Sticks und Speicherkarten

Durchbruch bei der Vergütungspflicht von Speicherkarten und USB Sticks

Bei ihrer Gesellschafterversammlung am 16. Juni 2009 in Düsseldorf haben die Hersteller und Importeure von Speichermedien die jüngsten Ergebnisse der Verhandlungen über Speicherkarten und USB Sticks zwischen den Verwertungsgesellschaften und dem Branchenverband Informationskreis AufnahmeMedien (IM) begrüßt.

Im Mai 2009 hatten sich die beiden Verhandlungspartner auf die Höhe der Vergütungssätze für Speicherkarten und USB Sticks geeinigt. Danach ist künftig für diese Speichermedien unabhängig von deren jeweiliger Kapazität ein Vergütungssatz von 0,10 € je Stück zu zahlen.

Daraus schließe ich als jemand, der die Speichermedien derzeit aussschließlich zum Transport selbsterzeugter Daten verwendet, dass…

  1. ich ab sofort für jedes selbsterstellte Foto, das ich auf einer solchen Speicherkarte ablege, vom Branchenverbrand Informationskreis AufnahmeMedien (IM) eine Gebühr verlangen kann, da ich ja den von IM gemieteten Platz auf meiner Speicherkarte nicht mit von denen verwalteten Daten fülle. Alternativ akzeptiere ich auch anteilige Zahlungen der Gesamteinnahmen der IM, da ja auch andere Personen ihre Speicherkarten für die Speicherung meiner Bilder und Dateien verwenden könnten.
  2. ich ab sofort Musik, Literatur und Filme nicht mehr kaufen brauche, da ich ja schon für die Lagerung der Daten bezahlt habe

… natürlich erst, wenn ich die erste gebührenbelastete Speicherkarte einsetze. Bisher habe ich ja nur „freie Medien“.

Es ist faszinierend, welche Rechte diverse Unternehmen sich daraus ableiten, dass es das Urheberrecht gibt. Dabei haben die meisten gar nicht wirklich etwas zum entstehen der Daten/Medien beigetragen.

Vielleicht sollte ich auch irgendein wichtig klingendes Unternehmen zum Gebühreneintreiben gründen. Scheint sich zu lohnen… TNA (Tastatur-Nutzungs Agentur – man kann auch urheberrechtlich geschützte Texte über die Tastatur eingeben) oder IKU (Internet Kabel Überwachung – die Daten sind auch ganz kurz im Kabel drin!) beispielsweise…

Schießstand an Hauptschule

Olching: Schießstand in Hauptschule

Olching (dpa/lby) – Ausgerechnet in der Turnhalle einer Hauptschule plant die Gemeinde Olching im Landkreis Fürstenfeldbruck einen Schießstand für den Schützenverein. «Der Beschluss wurde mit großer Mehrheit vom Gemeinderat gefasst», sagte der Zweite Bürgermeister der Gemeinde, Robert Meier (CSU), am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur dpa und bestätigte einen Bericht des Bayerischen Rundfunks.

Böse Killerspiele, gute echte Waffen! Tzzz…

Es findet keine Zensur statt… Jaja…

Manchmal fehlen mir einfach die Worte…

Thomas Strobl auf abgeortnetenwatch.de:

Wie bereits gesagt ist aus meiner Sicht die virtuelle Ausübung von wirklichkeitsnah dargestellten Tötungshandlungen, wie sie in Killerspielen praktiziert wird, überaus problematisch. Das von der Innenministerkonferenz geforderte Herstellungs- und Verbreitungsverbot ist für mich daher bedenkenswert und sorgfältig zu prüfen. In jedem Fall sollte aber meines Erachtens in der Debatte, welche Maßnahmen zur Gewaltprävention ergriffen werden, die von den Bundesministern von der Leyen und Schäuble vorgeschlagene Sperrung von kinderpornografischen Seiten im Internet mit Blick auf Killerspiele neu diskutiert werden. Zudem halte ich es jenseits des Internets für erforderlich, das Zustandekommen von Alterskennzeichnungen von Killerspielen zu überprüfen und insbesondere die Arbeitsweise der Unterhaltungssoftware-Selbstkontrolle kritisch zu hinterfragen.

  1. Ja klar, keine Zensur…
  2. Auch wenn irgendwelche unwissenden Politiker das gern tun: Computerspiele mit Kinderpornographie auf eine Ebene zu stellen ist absoluter Unsinn.
  3. Spiele töten keine Menschen. Weder direkt noch indirekt.

Wehe, hier wählt irgendjemand noch die CDU/CSU. Die sind offensichtlich im letzten Jahrhundert stehengeblieben.

Internet-Zensur wie in China? [UPDATE]

Nein, es geht ja laut von der Leyen nur um Kinderpornographie.

Aber:

Diese AFP-Meldung dürfte die Union nicht gerade freuen, weil es ihre angeblich nur gegen dokumentierten Kindesmissbrauch gerichteten Internet-Sperren in eine mittelfristige Perspektive einordnet:

Der SPD-Innenpolitiker Dieter Wiefelspütz hat sich dafür ausgesprochen, die im Gesetzentwurf gegen Kinderpornografie vorgesehene Sperrung von Internetseiten auch auf andere kriminelle Seiten auszuweiten. „Natürlich werden wir mittel- und längerfristig auch über andere kriminelle Vorgänge reden“, sagte Wiefelspütz der „Berliner Zeitung“ (Samstagsausgabe). […] Er könne sich vorstellen, auch Seiten mit verfassungsfeindlichen oder islamistischen Inhalten zu blocken, sagte der SPD-Politiker.

Auf deutsch: Wir sollen auch umstrittene Inhalte im Netz nicht mehr zur Kenntnis nehmen dürfen, weil unsere geliebte Bundesregierung besser weiss, was ihre Bürger lesen und worüber sie sich eine eigene Meinung bilden dürfen.

Schreibt Ralf Bendrath.

Nein, wir möchten natürlich auch nicht, dass Kinderpornographie über das Netz übertragen wird, aber erstens lässt sich das mit so was wie einer Netz-Sperre nicht verhindern – dann wird halt mit E-Mail und eMule weiter getauscht – und zweitens ist das nur der erste Schritt auf dem Weg zur Netzzensur a la China. Demokratie adé.

Herr Wiefelspütz kann sich übrigens inzwischen nicht mehr daran erinnern, das wirklich gesagt zu haben.

Der Bericht der Berliner Zeitung überrascht mich nicht nur. Ich halte den Artikel für eine bösartige Fälschung meiner Auffassungen. So etwas ist mir bislang nicht untergekommen. Der Bericht gibt an keiner Stelle meine Meinung wieder, schon gar nicht die Auffassung der SPD.

Ob er es nun gesagt hat oder nicht – es gibt sehr genau die Befürchtungen vieler wieder.

[UPDATE 2009-06-07 12:10]

Herr Wiefelspütz hat inzwischen auch zum Thema Stellung genommen:

Ich befürworte das Sperren von Seiten mit kinderpornographischen Inhalten. Vorrang hat freilich die Verfolgung der Täter, die Kinder mißbrauchen. Die nächste Priorität hat die Herausnahme der entsprechenden strafbaren Inhalte aus dem Internet. Nachrangig bin ich für das Sperren der Seiten. Ich habe bei abgeordnetenwatch schon vor Wochen geäußert, daß das Stopp-Schild im Internet ausschließlich eine Sperr- und Warnfunktion haben sollte. Ich trete dafür, daß an der Stopp-Seite im Internet keine Daten für die Strafverfolgung gesammelt werden sollten.

Damit relativiert sich zwar die persönliche Aussage, die Befürchtung der Zensur-Kritiker bleibt.

Lustige Suchen auf Wolfram Alpha

Vermutlich hat inzwischen jeder von WolframAlpha, der Suchmaschine für Wissen, gehört. Wenn man sie etwas fragt, dann spuckt sie keine Links, sondern direkt Daten aus.

Sie erzählt mir beispielsweise, wie das aktuelle Wetter in Heidelberg ist und wie viele Einwohner die Stadt hat, sagt mir, dass der Parasaurolophus ein Pflanzenfresser war und zeigt mir auch an, von wann bis wann Albert Einstein gelebt hat.

Auch zu Domains wie 4cheaters.de oder blog.deobald.org spuckt sie einige – wenn auch nicht vollständig richtige – Informationen aus.

Aber es gibt auch Leute, die nicht so sinnvolle Fragen stellen wie ich es gerade getan habe. Ein paar lustige Beispiele:

via reddit.com