Raumschiff GameStar

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Raumschiff GameStar (RSGS) war eine Sci-fi-Serie, die von dem deutschen Computerzeitschrift GameStar zwischen September 1997 und September 2004 episodenweise auf den dem Heft beiliegenden Datenträgern veröffentlicht wurde. Das Schreiben des Drehbuches und die Promotion wurden von den GameStar-Redakteuren selbst durchgeführt. Für Kamera, Regie und Postproduction sowie die Leitung der Serie war Toni Schwaiger zuständig, der zuvor die Multimedia Leserbriefe der PC Player produzierte. Obwohl die Serie als Gimmick und Marketingtool für das damals erst neu erschienene Magazin gedacht war, gewann RSGS schnell an Beliebtheit und schon bald entstand ein regelrechtes Fandom um sie, vor allem wegen des Humors, den die Serie bis zu den letzten Folgen beibehalten hat.

Hintergrund

Da Raumschiff GameStar von Anfang an als eine Parodie auf berühmte Science-Fiction-Filme und -Spiele gedacht war, wurden in der Serie oft verschiedene Merkmale (wie Figuren, Technologien usw.) der anderen Universen aufgenommen und veralbert.

Besonderes deutlich sind die Anspielungen auf Star Wars. Elemente wie Lichtschwerter, Todessterne und der Ehrentitel Darth, den fast alle Antagonisten der Serie (außer dem Imperator) tragen, sind aus dem Star-Wars-Universum übernommen. Erkennbarerweise sind die Star-Wars-Attribute meistens ein Privileg der „Bösen“ in der Serie. Das erste Raumschiff „GameStar“ von insgesamt dreien ähnelte sehr stark dem Todesstern, wies jedoch eine andere Farbe und ein GameStar-Logo auf. Seine beiden Nachfolger dagegen erinnerten viel mehr an Raumschiffe aus Star Trek oder der Comic-Serie Captain Future. Auch die funktionale Aufteilung deren Mannschaft (Captain, Erster Offizier, Sicherheitsoffizier, Schiffsarzt etc.) und Technologien an Bord der „GameStar“ (wie Teleporter und Holodeck) erinnerten an Star Trek.

Auf andere Genreklassiker wie Terminator wurden ebenfalls mehrere Anspielungen in der Serie gemacht, etwa während einer Zeitreise zurück in die 80er Jahre. Weitere Filme, die parodiert wurden, sind unter anderem Blues Brothers, Starship Troopers, Ghostbusters, James Bond, Men in Black und Zurück in die Zukunft. Vor allem in den ersten Staffeln wurden gerne Filme veralbert. Aber nicht nur von Filmen ließ sich die GameStar-Redaktion inspirieren, sondern auch von Büchern (Der Wüstenplanet, Harry Potter, Per Anhalter durch die Galaxis) und natürlich von Computerspielen. Die letzteren gewannen aber erst in den späteren Staffeln (vor allem in der vierten) an Bedeutung. Es wurden beispielsweise Counter-Strike, Mafia, Battlefield 1942, Splinter Cell und Sacred erwähnt.

Als Hintergrundmusik wurden in den ersten drei Staffeln jeweils die von Chris Hülsbeck komponierten Soundtracks zu den Spielen Tunnel B1 und Extreme Assault verwendet.

Figuren

Allgemein können die Figuren des RSGS in drei Gruppen aufteilt werden: die „GameStar“-Crew (die „Guten“, wie sie sich selbst nennen), das Imperium (die „Bösen“, wiederum, nach ihrer eigenen Selbstbezeichnung) und die Sonstigen, die meistens nur in wenigen Episoden auftauchen. Die folgende Liste enthält nur diejenigen, die zu den Hauptfiguren zählen. Manchmal wurden mehrere Figuren in derselben Folge von ein und derselben Person dargestellt.

GameStar-Crew

In der Serie trugen drei Raumschiffe zu unterschiedlichen Zeitpunkten den Namen „GameStar“. Das erste war nur in der 1. Staffel zu sehen, das zweite in der 2. und der 3. und das dritte in der 4. und der 5. Staffel.

  • Captain Langer (dargestellt von Jörg Langer) war der erste und der letzte Kapitän aller drei „GameStar“-Raumschiffe. Als eines der wenigen Crewmitglieder, die von Anfang bis Ende dabei waren, war Captain Langer derjenige, der sein ganzes Leben dem Kampf gegen das Böse und dem „Erforschen der neuen Spielewelten“ gewidmet hatte. Er wurde auf dem Planet der Spieletester geboren, der kurz vor dem Bau der ersten „GameStar“ von Doc Vader zerstört wurde.
  • Erster Offizier Martin (dargestellt von Martin Deppe) war der erste Offizier an Bord der ersten zwei „GameStars“. Offiziell ebenso wie Captain Langer auf dem Planet der Spieletester geboren, war er in Wirklichkeit einer der zwei Androiden (der andere war der Geflügeltester Mick), die auf der „GameStar“ gedient hatten. Da seine Herkunft vor ihm selbst geheim gehalten wurde, war die letztendliche Offenbarung ein zu großer Schock für ihn und führte zur Selbstterminierung. Wegen seiner Anfälligkeit zu Mutationen (siehe die 1. Staffel) ist er eher zu den Cyborgs als zu den Robotern zuzuordnen.
  • Erster Offizier Stangl (dargestellt von Florian Stangl) war erster Offizier an Bord der dritten „GameStar“, nachdem der alte erste Offizier Martin Selbstmord begangen hatte. Über seine Herkunft ist nichts bekannt außer der Tatsache, dass er dem gefürchteten Monster Stanglnator verwirrend ähnlich aussah. Während seines Dienstes auf der „GameStar“ bewies sich der erste Offizier Stangl als zuverlässiger und tapferer Kamerad im Kampf gegen das Böse.
  • Doktor Chris Schmidt (dargestellt von Christian Schmidt) war der Schiffsarzt an Bord der zweiten und dritten „GameStar“. Obwohl er oft als weltfremder und leicht wahnsinniger Akademiker gesehen wurde, war Doktor Chris in der Lage, einige schwere Krankheiten, die über die „GameStar“-Crewmitglieder immer wieder herfielen (wie z.B. die „fortgeschrittene Croftisierung“), zu heilen. Bevor er zum Schiffsarzt wurde, war er kurzfristig ein Assistent von Gunnar Geisterjäger, der später unter dem Namen Darth Lott bekannt wurde.
  • Sicherheitsoffizier Peter (dargestellt von Peter Steinlechner) war der Sicherheitschef und üblicher Anführer der riskanten Land- und Raumoperationen, die den Einsatz von Waffengewalt vorsahen. Im Laufe seiner Karriere wurde er zum schwer paranoiden Menschen, dessen Motto „erst schießen, dann Fragen stellen“ war. Vor Anschluss an die „GameStar“-Crew war er Kampfraumschiffspilot an Bord des ersten Todessterns. Zu seinen Verdiensten gehört, zweimal direkt oder indirekt seinen ehemaligen Vorgesetzten Darth Vader niedergeschlagen zu haben.
  • Kommunikationsoffizier Mikkl (dargestellt von Michael Galuschka) war für die Fernkommunikation und den Nachrichtendienst auf der zweiten „GameStar“ zuständig. Früher war er zusammen mit dem Sicherheitsoffizier Peter ein Raumschiffspilot an Bord des Todessterns. Nach einem riskanten Fluchtversuch aus der Vergangenheit und einem schiefgelaufenen Geiselaustausch kehrte er noch einmal kurzfristig auf die Seite des Imperiums zurück. Nach diesem Vorfall trat Mikkl aus dem aktiven Raumdienst aus.
  • Kommunikationsoffizier Frank (dargestellt von Frank Meier) löste seinen Vorgänger Mikkl nach seinem Rücktritt als Funker ab. Über seine Herkunft ist wenig bekannt, außer dass er mit dem „TschechowAkzent“ spricht und seine Freizeit mit Snowboarden verbringt.
  • Professor Doktor Test (dargestellt von Mick Schnelle) war der Chef des „GameStar“-Entwicklungslabors, welches für regelmäßige Upgrades der Hardware an Bord der „GameStar“ zuständig war. Obwohl er selten in der Serie persönlich zu sehen war, behandelten ihn alle „GameStar“-Crewmitglieder mit großem Respekt. Bedauerlicherweise kam Dr. Test in dem entscheidenden Kampf um den Goldenen C64 um. Man kann vermuten, dass er ebenso wie Captain Langer und erster Offizier Martin auf dem Planet der Spieletester geboren wurde.
  • Kadett Klinge (dargestellt von Heiko Klinge) war der erste und der letzte Raumkadett, der auf die „GameStar“ kommandiert wurde. Klinge wurde oft zur Ursache aller möglichen Probleme auf der „GameStar“, wie etwa als er die Rache der Raumterroristen auf sich zog oder auf einer Zeitreise vierzig Jahre über das Ziel hinausschoss. Trotzdem konnte er sich während der Suche nach dem Goldenen C64 von seiner guten Seite zeigen und wurde zum „kommissarischen leitenden Kadetten“ befördert.

Imperium

  • Der Imperator (dargestellt von Walter Reindl) war Oberhaupt des Imperiums und der mächtigste Mann auf der Dunklen Seite der Macht, also der mächtigste Bösewicht, dessen Autorität von den anderen „Bösen“ nicht einmal angezweifelt wurde. Sein Lebensziel war es, der mächtigste Mann im ganzen Universum zu werden. Von der Vergangenheit des Imperators ist nichts bekannt.
  • Doc/Darth/Lord [1] Vader (dargestellt von Thomas Lingelbach und Markus Schwerdtel, synchrongesprochen von Toni Schwaiger) war der zweitmächtigste Bösewicht der Serie. In der 1. Staffel war er der Oberbefehlshaber des Imperiums und der Hauptantagonist, während der Imperator zwar erwähnt wurde, aber sich abgesehen davon zurückhielt. Obwohl Vader stets Gehorsam gegenüber dem Imperator zeigte, fürchteten seine Untertanen und Feinde ihn oft mehr als eben diesen.
  • Darth Lott (dargestellt von Gunnar Lott) war der Stratege und Taktiker des Imperiums. Sein Vater war der erste deutsche Raumfahrtsminister, der das „GameStar“-Programm initiierte, weshalb Darth Lott (damals hieß er noch Gunnar) zu Anfang ehrlicher Raumgeisterjäger wurde. Nach einem Einsatz auf der ersten „GameStar“ traf er jedoch auf Darth Vader und wurde von ihm auf die Dunkle Seite der Macht gezogen, um den Imperator für den Rest seines Lebens zu dienen. Letzten Endes fiel Darth Lott selbst seinen eigenen Plänen zu Opfer, als der Imperator seinen Körper dazu benutzte, den schrecklichen Stanglnator wiederzuerwecken und auf die GameStars loszulassen.
  • Darth Mopp (dargestellt von Jörg Spormann) war ein einfacher Hausmeister an Bord des zweiten Todessterns, aber nachdem der Imperator und Darth Lott ihn auf die Dunkle Seite der Macht gezogen hatten, wurde er zu einem fast widerspruchslosen Ausführer ihrer zahlreichen Pläne. Obwohl Darth Mopp bei weitem nicht der mächtigste Bösewicht war, wurde er wegen seiner Fertigkeiten im Lichtschwertkampf von seinen Gegnern gefürchtet.
  • Darth Schmitz (dargestellt von Petra Schmitz) löste Darth Lott als Strategin und Taktikerin ab. Obwohl ihre Pläne nicht immer die Finesse Lotts zeigten und letztendlich zur Zerstörung des dritten Todessterns führten, war ihre Hilfe oft sehr nützlich im Kampf gegen die „GameStar“. Bevor sie zu Darth wurde, war Schmitz eine Computerhändlerin der 80er Jahre. Sie wurde von Darth Mopp von einer Mission in der Vergangenheit zurückgebracht, nachdem sich die GameStars (wegen eines Zeitparadoxons) geweigert hatten, sie in die Zukunft mitzunehmen.

Sonstige Figuren

  • Der weise Mann vom Berge (dargestellt von Markus Schwerdtel) war ein heimlicher Sympathisant der „GameStar“ und hat der Crew mehrmals aus diversen Schwierigkeiten geholfen. Außerdem war er es, der den von allen Seiten begehrten echten Goldenen Commodore 64 besaß.
  • Stanglnator (dargestellt von Florian Stangl) war eines der schrecklisten Monster im bekannten Universum. Obwohl er schon in der 1. Episode der 1. Staffel erwähnt wurde, dauerte es noch einige Jahre bis der Imperator es wagte, ihn wiederauferstehen zu lassen (weil er inzwischen getötet worden war). Auf Kosten des Lebens von Darth Lott wurde der Stanglnator wiederauferweckt und nur Glück rettete den neuen ersten Offizier der „GameStar“ vor seinem Zorn. Obwohl der Stanglnator erneut getötet wurde, tauchte er von da an mehrmals an verschiedenen Orten des Universums auf.

Berühmte Zitate

  • Absoluten Kultstatus hat der Running GagOh (mein) Gott, wir werden alle sterben“ erlangt, den Captain Langer, der Kommandeur der „GameStar“, immer dann zum besten gibt, wenn einer seiner Gefährten wieder mit einem absolut hirnrissigen Vorschlag auftrumpft oder einen Befehl des Captains zu wörtlich nimmt („Tempo bitte!“ „Gib Stoff!“ „Drück auf die Tube!“ „Wir brauchen mehr Saft!“ etc.).
  • Der Doktor kommt immer im falschen Augenblick mit wissenschaftlichen Durchbrüchen der Marke „Ich hab’s! Ich hab’s! Ich kann Schnupfen heilen! In nur einem Tag! Und ohne Nebenwirkungen!“ daher.
  • Legendär ist „Moooooment! Das hab ich jetzt nicht so ganz verstanden…“, womit offensichtliche Lücken im Drehbuch überspielt werden.
  • Traditionell melden sich Außenteams mit „Wir sind wieder daa-haaa!“ zurück.
  • Kultstatus hat Heiko Häusler in seiner Rolle als Postbote: „Tach, Post!
  • In der ersten Staffel verdingte sich Mick Schnelle als Terminator und gab neben wiederholten Äußerungen wie „Charles töten! Charles töten!“ auch das legendäre Filmzitat „Hasta la vista, Baby!“ von sich.
  • Ebenso Kultstatus erreichte in den späteren Folgen Kadett Heiko Klinge mit seinem Satz: „Na, willst du mal mein Rohr anfassen?“, wobei hier ein riesiges Teppichrohr gemeint war, welches stets als Bazooka zum Einsatz kam.

Spin-off und Fortsetzung

1999, gleich nach der Beendingung der ersten Staffel, wurde ein Spin-off von demselben Regisseur produziert, eine Serie namens Akte G (eine Anspielung auf Akte X und GameStar). Diese lief über insgesamt drei Episoden und wurde trotz ihres Cliffhangerendes nie fortgesetzt. In denselben Zeitraum fallen auch zwei Teile einer Nachrichtensendungs-Parodie namens GameStar News, die stark an die damals populäre Sat.1-Sendung Die Wochenshow angelehnt war.

Nach dem großen Relaunch des Magazins im September 2004, als der ehemalige Chefredakteur Jörg Langer GameStar verlassen hat, wurde RSGS eingestellt. Als Nachfolger für Raumschiff GameStar fungierte von Oktober 2004 bis Juni 2009 Die Redaktion. Im Juli 2009 wurde ein Trailer für die angebliche neue Staffel veröffentlicht,[2] aber ein halbes Jahr später wurde stattdessen Die Redaktion fortgesetzt.

Einige Ideen aus Raumschiff GameStar finden sich in Michael Herbigs Film (T)Raumschiff Surprise – Periode 1 wieder. So nutzt die Redaktion z.B. bereits das „Space Taxi“, was später in Periode 1 von Til Schweiger geführt wird.

Raumschiff GameStar wurde seinerseits von der PC Action parodiert, die auf den Heft-Datenträgern von Ausgabe 7/2002 einen Kurzfilm namens „Raumschiff Gaststar“ zeigte. Mit Rüdiger Steidele wirkte dabei auch ein aus der parodierten Vorlage bekannter Redakteur mit.

Referenzen

  1. In der 1. Staffel trug Vader den Titel „Doc“ (siehe Episode 01), während in den späteren Staffeln er abwechselnd mit „Darth“ oder „Lord“ angesprochen wurde (Episode 39).
  2. Smits, Peter (15. Juni 2009). Raumschiff GameStar: Der Kult kehrt zurück. GameStar.de. Abgerufen am 17. Juni 2009.

Weblinks

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