Ich weiß nicht mehr genau, wann es war - aber es muß in einem Januar oder Februar gewesen sein. Die Temperaturen lagen im einstelligen Plus-Bereich. Mein erster Einsatz unter Atemschutz mitten unter den Flammen in einem brennenden Gebäude - irgendwann mitten in der Nacht: Dachstuhlbrand.
Als wir an die Einsatzstelle kamen, schlugen die Flammen schon über das Dach hinaus. Macht nichts - Wasserversorgung aufbauen, der erste Trupp geht sofort rein. Ich war dann glaube ich im dritten Trupp im Gebäude.
Von außen war die Drehleiter damit beschäftigt, Wasser auf das Dach zu schießen. Das bringt eigentlich gar nichts, bis auf die Tatsache, daß das Dach etwas abgekühlt wird - aber wenn Publikum herumsteht, dann kann man nicht mehr einfach nur noch innen Feuer löschen - das sieht man nicht. Es muß auch noch etwas sichtbares geschehen. Reine Öffentlichkeitsarbeit. Der Haken an der Sache: Den Leuten drinnen tropft das kochend heiße Wasser vom Dach in alle leichtsinnigerweise offengelassenen Stellen der Einsatzuniform.
Und draußen? Schockfrost. Aber man beschwert sich ja nicht. Ich habe dann noch eine Stunde tiefgekühlt das Funkgerät besetzt, während das THW provisorisch die Tür verschlossen hat. Die nächste Woche lag ich krank im Bett.
Und der Lohn dafür? In der Zeitung war zu lesen, daß die Feuerwehr eine halbe Stunde gebraucht hat vom Anruf bis zum Eintreffen des ersten Fahrzeugs. Die Computergeführten Logs der Feuerwache behaupten etwas von für eine freiwillige Feuerwehr rekordverdächtigen 8 Minuten. Aber die Zeitung sagt…
Mittendrin, statt nur dabei - Einfach nur ein bisschen Respekt.
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